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    Aktuelle Ausgabe - Weltmeisterlich

    Wer eine Hochkultur sein möchte, braucht mehr als ein paar Steinhaufen. Vor allem braucht er Hilfe.

     

    Ohne, dass ich es gewünscht hätte, hielt mir mein Reisekollege vor der Abreise einen Vortrag über das Phänomen der Griechen: «Wenn du mich fragst, du merkst sofort, ob ein Land einmal eine Hochkultur war.» In Athen angekommen, schlendern wir durch die Altstadt. Ein paar Steinhaufen dort, ein paar da. «Die Altstadt ist weltweit einzigartig», steht im Reiseführer geschrieben. In Tat und Wahrheit ragen um uns herum in die Höhe: Graue Plattenbauten und graue Plattenbauten. Allesamt Betonblocks, wie sie in der UdSSR in den siebziger Jahren Mode waren. «Da siehst du es, eine Hochkultur lässt sich nicht von jedem Trend einlullen.» In einer Lounge am Strassenrand lassen wir uns nieder.

    Drink mit Zucker

    Der Kellner serviert uns mit einem überlegenen Lächeln zwei Caipirinhas. Mein Geschmackssinn stuft den Drink als Gemisch aus chlorhaltigem Wasser und Zitrone ein. Ich reisse meinen Mund auf, um mich zu beschweren, da ergreift mein Kollege das Wort und schwärmt von der Eigenständigkeit der griechischen Gastronomie. Der Kellner kippt derweil mit einem kennerhaften Lächeln zwei Würfelzucker in meinen Drink. Ich will zurück zum Bahnhof und wir steigen deshalb in die Strassenbahn. Nach kurzer Zeit stoppt die Bahn abrupt. Alle schweigen…

     

    Die Bahn fährt wohl weiter, in der gedruckten Form des Magazins.

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